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Schreibwolff-Magazin

Jan-Geert Wolff

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» Kleinkunst

3sat Festival 2010 live und im Fernsehen

MAINZ (2. September 2010). Parallel zum Start des Unterhauses in die neue Saison präsentiert sich auch der Kultursender 3sat in der Welt der Kleinkunst und lädt vom 4. bis zum 11. September 2010 zum diesjährigen 3sat-Festival ein – live im Zelt und anschließend im Programm. ...weiter lesen...

Mainzer Unterhaus beendet Sommerpause

MAINZ (25. August 2010). Die Zeiten, in denen die deutschen Kabarettisten ihren Volksvertretern die Bühne überließen, um mit eigenen Sommerloch-Füllungen ihr Publikum zu erheitern, sind vorbei! ...weiter lesen...

Den Brass von der Seele gespielt

MAINZ (10. Juni 2010). Je schlimmer die Lage im Lande, umso mehr Arbeit gibt es für so manchen Berufszweig. Insolvenzverwalter und Berater mögen derzeit Konjunktur haben, doch am meisten gibt es für den zu tun, der beide Berufe zugleich ausübt: Urban Priol beziffert den politischen Schaden, den die Merkels, Köhlers und Westerwelles anrichten, liest den Regierenden analytisch die Leviten und predigt einer begeisterten Gemeinde wie jüngst in der ausverkauften Phönixhalle. Hier präsentierte der optische Wirrkopf mit den genialen Geistesblitzen sein aktuelles Programm „Wie im Film.“. ...weiter lesen...

Tonjuwelen aus dem Wortschatz

MAINZ (8. Juni 2010). Seit 25 Jahren ist Willy Astor jetzt schon auf den deutschsprachigen Kleinkunstbühnen unterwegs. Sein edles Ziel ist es, die Menschen zum Lachen zu bringen – nicht mit Spott oder Satire, galligem Humor oder plattem Scherz, sondern durch geistvollen Sprachwitz, der landauf landab Seinesgleichen suchen kann. ...weiter lesen...

Scharfzüngige Freigeister

MAINZ (31. Mai 2010). Selten bieten sich Kabarettisten solche Sternstunden wie zu Beginn dieser Woche, als der Rücktritt des Bundespräsidenten noch taufrisch war. Das letzte Mal hatte Matthias Deutschmann am Vorabend des Busch-Besuchs in Mainz diese Chance und spielte statt seines neuen Programms zwei Stunden brillante Polit-Improvisation. Auch das Erste Deutsche Zwangsensemble – Matthias Tretter, Claus von Wagner und Philipp Weber – nutzte die Gunst der Stunde und baute den Coup brandaktuell in ihr Programm „Die letzte Tour“ ein. ...weiter lesen...

Oase für den Geist

MAINZ – Fast scheint es unmöglich, das Gesehene in Worte zu fassen: Wenn das Chaostheater Oropax auftaucht, gerät die Welt aus den Fugen. Die Logik verabschiedet sich eilends, der Intellekt geht auf Stand-by und nur der Schwerkraft ist es zu verdanken, dass man nicht kichernd durch diesen Wirbelsturm des Schwachsinns trudelt. ...weiter lesen...

Gestern war heute morgen

MAINZ – Er ist der Mann der vielen Gesichter und verkörpert in seiner eigenen Comedy-Sendung im Bayerischen Fernsehen vom Chefkoch über den Polizisten bis zum jugoslawischen vielerlei Charaktere. Am besten aber ist er immer noch als er selbst: Günter Grünwald ist seit über 20 Jahren auf den Kleinkunstbühnen zuhause. Jetzt präsentierte er im Frankfurter Hof ein Programm mit alten und neuen, aber stets aktuellen und auf jeden Fall wiedersehenswerten Nummern. ...weiter lesen...

Konfliktbewältigung mit Waldorf-Geschmack

MAINZ – Eine Voraussetzung dafür, den Deutschen Kleinkunstpreis zu erhalten, scheint es zu sein, seine Kollegen zu demütigen: Pigor drangsaliert seit Beginn den Pianisten Eichhorn und Anna-Maria Scholz alias Annamateur setzt ihren Band-Kollegen, dem Cellisten Stephan Braun und Reentko Dirks an der Gitarre mächtig zu. Stoff also, aus dem unterhaltsame Kabarettabende gemacht werden? Aber sicher! ...weiter lesen...

Auf Schwarz sieht man alles

MAINZ – Ein Herr Reuter am Klavier? War das nicht der mit dem „Überzieher“, dem „Blusenkauf“ oder „Alles weg’n der Leut‘“? Wenn er sich mit zwei „t“ schreibt und Otto heißt, dann schon. Doch der starb bereits 1931. Jener Herr Reuter, der jetzt sein Unterhaus-Debüt gab, heißt Matthias. Und besingt auch keine Kleidungsstücke. ...weiter lesen...

Kabarettistische Collage

MAINZ – Vor Beginn der Vorstellung blickt das Unterhaus-Publikum ins All, respektive auf eine Leinwand, auf deren besternten Hintergrund immer wieder Plakate der 17 Programme, die Thomas Freitag seit fast 35 Jahren auf deutschen Bühnen spielte, hineinflattern. Deren Inhalt hat der Kabarettist nun für „Nur das Beste“ durchforstet und präsentiert ein ernüchterndes Ergebnis: Geändert hat sich (fast) nichts. ...weiter lesen...

Stimmungsaufheller

MAINZ – Richard Rogler hat sich getrennt. Und zwar von seinem Alter ego Camphausen, das ihn treu durch die letzten Programme begleitet hat. Doch bevor eine Bindung überstrapaziert wird, kappt man sie lieber, weshalb es im aktuellen Programm „Stimmung“ Rogler solo gibt. Und das besser denn je. ...weiter lesen...

Nippel, Lasche – fertig!

MAINZ – Umzugskisten türmen sich auf der Bühne des Frankfurter Hofes. Was mag darin sein? Vom Band phantasieren ehrfurchtsvoll Parodien von Helmut Kohl oder Udo Lindenberg gar vom heiligen Gral. Bis der Eigentümer der Kartonage von einem unheilvollen Splittern begleitet fragt: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ ...weiter lesen...

Frivoles Spiel mit Dichtung und Wahrheit

MAINZ – Steht diese Dame wirklich schon seit 20 Jahren auf der Bühne? Die naiv-jugendliche Frische, das Obskur-Komische, die in ihren Nummern spürbaren Gehirnströme und nicht zuletzt die wohltönende Stimme, mit der Nessi Tausendschön ihr Publikum bezirzt, strafen den Zweifler Lügen. So viel unverbrauchter Elan schreit ja förmlich nach einem Best of, das Tausendschön jetzt zusammen mit William Mackenzie an der Gitarre im Unterhaus kredenzte. ...weiter lesen...

Die unerträgliche Seichtigkeit in Mainz

MAINZ – Manchmal sind die gemurmelten Randbemerkungen die wichtigen: „Ich komm‘ heute irgendwie nicht rein“, bekennt Ilka Bessin alias „Cindy aus Marzahn“ nach 15 Minuten belanglosen Geplänkels vor ausverkaufter Phönixhalle. ...weiter lesen...

Lukullische Kleinkunst

MAINZ – Für ihr aktuelles Programm „Die fetten Jahre“ haben Tetta Müller und Lo Malinke alias „Malediva“ wieder mächtig aufgetischt. Und das nicht nur im übertragenen Sinne: Wie die Hühner flattern die beiden Diven zur Musik ihres Pianisten und Komponisten Florian Ludewig um die Tafel, kommen doch in Kürze viele „Freunde“ zum Essen. ...weiter lesen...

Songs mit Ohrwurmpotenzial

MAINZ – Aller guten Dinge sind drei – und in puncto Gesang braucht es auch nicht viel mehr. Zumindest dann, wenn das Trio mit dem voluminösen Namen „Ganz schön feist“ auf der Bühne steht. Dahinter stecken Mathias Zeh, Rainer Schacht und Christoph Jess; Ihre Markenzeichen sind viel Stimme, wenig Haupthaar und eine elegante Bühnengarderobe, diesmal in Pink, Blau und Gelb. ...weiter lesen...

Gestammelte Werke

MAINZ – Als Johann König zum zweiten Teil seiner Lesung aus dem gleichnamigen Buch „Der Königsweg – Triumph über die Langeweile“ die Unterhaus-Bühne betritt, begrüßt er sein bestens gelauntes Publikum kurz und knapp: „Ich bin‘s noch mal – Euer Kasper.“ ...weiter lesen...

Lustige Grenzen der Meinungsfreiheit

MAINZ – Als der Franzose Emmanuel Peterfalvi, im Fernsehen und vor allem auf Deutschlands Straßen berühmt und berüchtigt als Alfons, erstmals mit seinem Puschelmikrofon Meinungsforschung betrieb, mochte man noch nicht ahnen, welches kabarettistische Potenzial in diesem studierten Kommunikationstechniker steckte. ...weiter lesen...

Thema für die Ewigkeit

MAINZ – Offenbar wird man den Stein des Weisen schneller finden, als dass Kabarettisten und Comedians die Beziehung zwischen Mann und Frau für langweilig erachten: „Auf der Suche nach dem verlorenen Mann“ heißt das aktuelle Programm von Stephan Bauer, mit dem er munter an der thematischen Kerbe, die er und viele Kollegen vor und mit ihm in die Bretter der deutschen Kleinkunstbühne gehauen haben, weiterschmirgelt. ...weiter lesen...

Gute Stimmung dank schlechter Laune

MAINZ – Man kann noch so schlecht gelaunt sein: Matthias Egersdörfer setzt immer noch einen drauf. Der fränkische Kabarettist, der vor wenigen Wochen mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde, hat die Misanthropie zur unterhaltsamen Kunstform erhoben. Seinen Durchbruch schaffte er 2006 mit dem Programm „Falten und Kleben“, teilt sich Bühne und Effekt zuweilen aber auch erfolgreich mit dem Tubisten Heinrich Filsner. ...weiter lesen...

Wenn Merkel mal weg ist

MAINZ – Vielleicht sind die Ballen an Vorschusslorbeeren, mit denen Dorina Pascu vom Kabarett „Distel“ im Mainzer Unterhaus das Programm „Jenseits von Angela“ musikalisch ankündigt, ein Quäntchen zu üppig: Pointen soll es prasseln! Tut es auch, jedoch nicht ständig. Der Schlusssong besingt dann, dass die Deutschen die Mitte liebten – und so rangiert auch dieser Abend mal mehr, mal weniger Richtung Mittelmaß. ...weiter lesen...

Mit spitzer Feder karikiert

MAINZ – Manchmal braucht es nicht viel, um etwas Großes zu schaffen: eine Art ausgeleierte Prinz-Heinrich-Mütze, ein Blazer in Beige und eine dicke Hornbrille als optische Insignien, der Pott-Dialekt als akustische – und fertig ist Herbert Knebel, das Alter Ego des Kabarettisten Uwe Lyko. ...weiter lesen...

Wirbel auf dem Trommelfell

MAINZ – Erfolgreiche Kabarettisten fallen mitunter auch durch originelle Namensgebung auf: Badesalz, Pfeffermühle, Dreigestirn, Fronttheater, Zwangsensemble, Oropax – oder eben, aus Hamburg: „Trude träumt von Afrika“. Bis zu sechs Frauen – und unzählige Trommeln. Klingt komisch? Ist es auch. Und vor allem eines: laut! ...weiter lesen...

Wes Herz voll ist...

MAINZ – Als Volker Pispers vor Jahren witzelte, dass Kabarettkarten als Signet des Widerstandskämpfers gelten könnten, wenn der Kapitalismus zusammengebrochen wäre, war dies noch Zukunftsmusik. Heute werden viele seiner Gäste überlegen, ob sie das Ticket nach der Vorstellung entsorgen sollen. ...weiter lesen...

Der Verstand legt die Füße hoch

MAINZ – Der Titel von Helge Schneiders aktuellem Programm passt in die Zeit der Krise: „Komm, hier haste ‘ne Mark“ möchte man gerne auch mal einem Investmentbanker zuraunen, der seine Brötchen nunmehr als abgerissener Clochard abseits des Börsenparketts verdient. Einen tieferen Sinn gibt es natürlich nicht – alles andere wäre bei Schneider auch eine Überraschung. ...weiter lesen...

Lachen gegen die Krise

MAINZ – Arnulf Rating hält sich nicht mit einleitendem Geplänkel auf, sondern geht sofort in medias res. Denn in diesem Kabarettisten brodelt es: Regierung, Wirtschaft, Krise – alles hängt für ihn zusammen. Und da alles auch zusammenbricht, liegt es an ihm ein Hoffnungssignal zu setzen: „Aufwärts!“ heißt sein aktuelles Programm. ...weiter lesen...

Den Kröten auf der Spur

MAINZ – Des einen Leid ist des anderen Freud’. Und wenn er Kabarettist ist, sorgt er zuweilen dafür, dass auch der eine wiederum ob seiner Misere schmunzeln kann. Und die Finanzkrise drängt sich einem Ensemble wie der „Leipziger Pfeffermühle“ natürlich förmlich auf, so dass es sich in seinem aktuellen Programm auf „Krötenwanderung“ begibt. ...weiter lesen...

Mühevolle Denkanstöße

MAINZ – Wer etwas kauft, weil ihn die Verpackung oder Werbung für ein bestimmtes Produkt reizt, ist nicht selten enttäuscht, wenn der Inhalt so gar nicht dem entspricht, was die Hülle verheißt: „Meiner! Mir! Mich! – Auf der Suche nach der verlorenen Höflichkeit!“ heißt das 19. Programm des „Kabarett Kabbaratz“, das mittlerweile schon mit dem 20. auf Tournee ist. ...weiter lesen...

Die Physik der geistigen Pointe

MAINZ – Wie sein Kleinkunstkollege Hagen Rether, der sein Programm seit jeher „Liebe“ nennt, verwendet Mathias Richling keine Energie darauf, neue Titel zu finden: „E = m mal Richling zum Quadrat“ heißt es schon lange. Die eingesparte Geistesleistung wird allerdings stets auf die Aktualität verwendet. Und dass auch „ältere“ Nummern diese Güte haben, spricht letztendlich nur für die Qualität des schwäbischen Kabarettisten. ...weiter lesen...

Gut gemachte Böswilligkeit

MAINZ – Als Andreas Rebers im Januar 2008 in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft mit seinem Programm „Auf der Flucht“ Premiere feierte, war die SPD noch mit an der Regierung. Vielleicht hat er ja damals schon geahnt, dass dieser Titel auch nach dem schwarz-gelben Machtwechsel für ihn genauso aktuell sein dürfte. ...weiter lesen...

Gott hatte Zeit genug

MAINZ – Manchmal tut es richtig gut, sich zu echauffieren und mit genervtem Augenrollen auf das zu reagieren, was einem tagtäglich begegnet und im Vorbeigehen allein schon durch die bloße Existenz oder, noch viel schlimmer, verbale Inkontinenz den eigenen Anspruch zutiefst beleidigt. Gute Kabarettisten bringen dieses Empfinden stellvertretend für ihr Publikum überzeugend auf die Bühne. Und Holger Paetz ist ein guter Kabarettist. ...weiter lesen...

Stolz auf den eigenen Bauch

MAINZ – Viele Kabarettisten spielen für die Titel ihrer Programme elegant mit Worten, andere setzen bewusst auf den platten Witz als Lockmittel und manche stimmen schon auf dem Plakat nachdenklich. Dann gibt es auch Künstler, deren Satzbau schon vor dem Beginn der Vorstellung für Schmunzeln und erwartungsfrohes Zungenschnalzen sorgt. ...weiter lesen...

Weihnachten mit Lars Reichow

MAINZ – Brandaktuelle und perfekte Inszenierung, griffige Akkorde, lokalkolorierter Ton und bissige Pointen – das sind die Markenzeichen Reichows, die die Mainzer lieben und dem Unterhaus an fünf aufeinanderfolgenden Abenden ein ausverkauftes Haus bescheren – auch wenn sich das „neue“ Weihnachtsprogramm als lose Folge bekannter Hits und manchmal etwas mühsam ans Thema angeknüpfter Lieder aus dem aktuellen „Wie schön Du bist“ entpuppt. ...weiter lesen...

Bedrückendes Amüsement

MAINZ – Ist dieser Saal nicht ein bisschen groß? Gemessen an den verkauften Karten wohl kaum: Hagen Rether spricht mittlerweile ein so großes Publikum an, dass Unterhaus oder Frankfurter Hof längst nicht mehr ausreichen. Und das, was dieser Kabarettist zu sagen hat, ist von einer solch gültigen Aktualität, dass es möglichst viele hören sollten – auch wenn dies auf Kosten der intimen Stimmung einer kleinen Bühne geht. ...weiter lesen...

Wenn das Kind im Manne nie schlafen gegangen ist

MAINZ – Der Begriff Kleinkunst bekommt bei Erwin Grosche einen besonders hintergründigen Klang: Bisher zwei Mal mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet ist der Paderborner Kabarettist ein Unikum der Sparte, denn wie kein anderer schafft er es, mit Bagatellen, scheinbar Unwichtigem und Banalem wunderbare Geschichten zu erzählen. So wird aus Kleinem ganz Großes. ...weiter lesen...

Satirische Senge

MAINZ – Wortwitz gepaart mit galligem Hintersinn – dieses Markenzeichen des Kabarettisten Martin Buchholz leuchtet auch im 20. Programm durch die Nacht der Gegenwart. „Geh! Denken!“ heißt es im 20. Jahr nach dem Mauerfall zwischen Schweinegrippe, Bankenkrise und Sozialdemokratie. ...weiter lesen...

Scheiden tut weh

MAINZ – Es ist die traurige Wahrheit: Timm Beckmann und Christiane Weber machen Schluss. Der schmerzliche Verlust, den die deutschsprachige Kleinkunstlandschaft und insbesondere das entstaubte Chanson damit erleiden, wird nur durch die Tatsache gedämpft, dass beide Künstler der Szene zumindest in anderen Formationen erhalten bleiben. Bis 2010 durchgestartet wird, versüßen die beiden ihren Fans den Abschied mit einer Best of-Tour. ...weiter lesen...

Tim Fischer singt Georg Kreisler

MAINZ – Ist er wieder da? Nein, aber es klingt so: Tim Fischer, einer der leuchtenden Sterne am Himmel des Chansons, hat sich stimmlich die dicke Hornbrille des legendären Georg Kreisler, der seit 2001 nicht mehr auftritt, stibizt und intoniert die „Gnadenlose Abrechnung“, ein Programm von bekannten und weniger geläufigen „Everblacks“ des garstigen Österreichers. Das aber mit einer Hingabe, die vergessen lässt, dass das grantelnde Urgestein eigentlich kaum erreicht werden kann. ...weiter lesen...

Ein Leben im Konjunktiv

MAINZ – „Man müsste mal…“ lautet der Titel des aktuellen Programms des österreichischen Kabarettisten Severin Groebner und fasst möchte man ihm zurufen: „…auf den Punkt kommen.“ Reichlich Anlauf braucht der Mime – doch dann glückt ihm ein guter Sprung und tatsächlich die gewünschte Punktlandung. ...weiter lesen...

Durst ist schlimmer als Heimweh

MAINZ – Locker plaudert er sich in den Abend rein, „nimmt die Geschwindigkeit raus“, lädt unaufdringlich locker zu einem gemütlichen Abend ein: Wenn der Autor und Fotograf Jess Jochimsen sich auf sein kabarettistisches Standbein stützt, werden aus Mücken mühelos Elefanten und kleinste Begebenheiten erhalten plötzlich ein erdrückendes Gewicht. ...weiter lesen...

Deutscher Kleinkunstpreis 2010

MAINZ – Die vom Mainzer Forum-Theater Unterhaus berufene Fachjury hat in Mainz die Preisträger gewählt, die mit dem deutschen Kleinkunstpreis 2010 ausgezeichnet werden. Der mit jeweils 5000 Euro dotierte Preis wird in den verschiedenen Sparten verliehen. Darüber hinaus stiftet die Stadt Mainz den Förderpreis in gleicher Höhe. Ebenso dotiert ist der Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz, der seit 2008 verliehen wird. ...weiter lesen...

Spieltriebgesteuertes Duo

MAINZ – Selbst im Schweigen finden diese beiden noch Grund zum Widerspruch, um einen saftigen Streit vom Zaun zu brechen – auch wenn dieser bereits in der Requisite verstaubt: Ohne Begrenzungslatte, Bank und Gartenzwerg ziehen Andreas Etienne und Michael Müller ihr aktuelles Programm auf: „Triebgesteuert“ heißt es. ...weiter lesen...

High Five: Fünf Freunde und viele Noten

MAINZ – Ihre Vorbilder sind – das geben sie unumwunden zu – die Kölner „Wise Guys“. Die hat die junge A cappella-Formation „High Five“ anfangs noch munter gecovert. Aber da das auf Dauer keinen eigenen Stern am vokalen Himmel einbringt, besann man sich recht bald nach Gründung der Truppe darauf, eigene Lieder zu arrangieren. Dass auch diese in der Tradition der rheinischen Ikonen stehen, stört dabei gar nicht so sehr. ...weiter lesen...

Im Westen und Osten nichts Neues

MAINZ – Mittlerweile hat sich der Berliner Kabarettist durchaus einen Namen gemacht – nicht zuletzt durch seine verdiente Medienpräsenz: Als ständiger Gast des früheren „Scheibenwischers“ und heutigen „Satiregipfels“ der ARD kommentiert er stets aktuell wie bissig und treffend die Themen der Zeit. ...weiter lesen...

Moralist mit ätzendem Witz

MAINZ – 30 Jahre – die golden umkränzte Zahl, die, noch alleine auf der Bühne, im Licht der Scheinwerfer glitzert, signalisiert: Es gibt etwas zu feiern. Doch wenn der „Laudator“ der Stunde Wilfried Schmickler heißt, weiß man, es gibt was hinter die Löffel – auch hinter die eigenen. Da beruhigt doch der Titel der aktuellen Retrospektive: „Es war nicht alles schlecht!“ ...weiter lesen...

Geistiger Ohrenschmaus

MAINZ – Als die Kabarettisten Henning Venske und Jochen Busse, beides erfahrene Lach- und Schieß-Gesellschafter, vor zwei Jahren ihr erstes gemeinsames Programm „Legende trifft Urgestein“ präsentierten, schien es, als öffneten sie einen alten, aber noch immer herausragenden Wein: vollmundig, reich an Aromen, mit Nachhall und pfeffriger Note – kurz: ein Ohrenschmaus für den Geist, zumal das scharfzüngige Nummernkabarett am Akkordeon von Frank Grischek untermalt wurde. ...weiter lesen...

„Über’m Tellerrand zieht’s“

MAINZ – „Mein lieber Scholli!“ Diese drei ersten Worte umreißen letztendlich den Horizont des Heinz Becker, der als Alter Ego des Kabarettisten Gerd Dudenhöffer und „Kosmopolit“ im gleichnamigen aktuellen Programm im Unterhaus Station macht. Und sie sind gleichzeitig der Dosenöffner von Pandoras Büchse, aus der fortan die Detonation der Dumpfheit erklingt, um die Lufthoheit über den Stammtischen zu verteidigen. ...weiter lesen...

Das Badesalz in der Suppe

Als Gerd Knebel, die eine Hälfte von „Badesalz“, in der vergangenen Spielzeit erstmals solistisch im Unterhaus gastierte, war klar: Es funktioniert. Knebel ist der Hau drauf-Typ, der ohne Gnade ansprechend patzig seine Pointen platzieren kann. Jetzt zog sein Duo-Partner Henni Nachtsheim nach: Mit „Den Schal enger schnallen und in die Ohren spucken“ veranstaltete er jetzt eine „Lesung ohne Lesen“. Dass die eher intellektuelle Komik des einen ohne ihren groben Widerpart vergleichsweise schwierig zu spielen ist, weiß auch Nachtsheim und verzichtete wohlweislich darauf, „Badesalz light“ zu spielen. ...weiter lesen...

Klassische Verführung

MAINZ – Salut „Salut Salon“! Ein neues Programm und zwei neue Gesichter: Anne von Twardowksi (Klavier) und Anne Christin Schwarz (Violoncello) haben sich zu Angelika Bachmann und Iris Siegfried (Violine), den Gründerinnen dieses femininen Klavierquartetts gefunden, das mit „Klassisch verführt“ erneut die Begeisterung ihres Unterhaus-Debüts entfacht. Geblieben ist „Salut Salon“ der freche Schwung und vor allem der Impetus ihres ersten Programms, denn das hieß „Herzenssache“. ...weiter lesen...

Goethe gegen den Strich gebürstet

MAINZ – „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust“, seufzt Faust in Goethes Klassiker – mit Michael Quast und Philipp Mosetter haben diese sich einmal mehr manifestiert, um die hehre Kultur knisternd gegen den Strich zu bürsten, haben sie doch schon Schillers Œuvre auf dem guten Gewissen. Als „kommentierte Darbietung“ präsentierten die beiden Kabarettisten als Finale des 3sat-Festivals „Faust I“ und gaben große Kleinkunst zum Besten. ...weiter lesen...

Baden in Buchstaben

MAINZ – Unsicher steht Olaf Schubert auf der Bühne im Zelt des 3sat-Festivals. Machen ihm die vielen Scheinwerfer Angst? Wohl kaum: Dieser Mann ist TV-erprobt und gehört zweifelsohne mit zum Besten, was derzeit in der Kabarett-Landschaft Blüten treibt. ...weiter lesen...

Implodierte Sinntiefe

MAINZ – Er ist fix und fertig: Rainald Grebe hat sein Management gewechselt und muss jetzt alles machen. Da kann man froh sein, wenn man im ausverkauften Frankfurter Hof dabei ist, denn Kleinkunst gehört für den Dadaisten unter Deutschlands Liedermachern nun zu den Ausnahmen. ...weiter lesen...

Wo Griesgrämigkeit Frohsinn schafft

MAINZ – Einer hat an diesem Abend so gar nichts zu lachen: Matthias Egersdörfer. In seinem Programm „Falten und Kleben“ erzählt er Geschichten, die das Leben schrieb – schlimme Geschichten von Wollkreis-Schneemännern oder der klaustrophobischen Situation des Eingeparktseins. Und das ist bestimmt nicht lustig. Aber: zum Brüllen komisch! ...weiter lesen...

Mit hintersinnigem Schmunzeln

WORMS. Es ist noch gar nicht so lange her, da machte sich der Kabarettist Lars Reichow auf, als „Unterhaltungskanzler“ das Ruder zu übernehmen. Und so war es keine Frage, dass der Mainzer vor der Bundestagswahl erneut die Stimme erhebt – wenn schon ein Horst Schlämmer für das Kanzleramt kandidiert! ...weiter lesen...

Schallende Ohrfeigen statt Streicheleinheit

MAINZ. Als die Jury des Deutschen Kleinkunstpreises entschied, Gerhard Polt 2009 den Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz zu verleihen, begründete sie dies wie folgt: Hier werde das „Prinzip des abschreckenden Beispiels“ gepflegt und zwar von einem, der den Deutschen „mit gescheitem heiligen Zorn zeige, wie sie wirklich sind“. Dass die Juroren damit Recht hatten und haben, stellte Polt treffsicher wie eh und je auch mit seinem Auftritt beim Mainzer Zeltfestival unter Beweis. ...weiter lesen...

Im sprachlichen Schlaraffenland

MAINZ – Der König Midas hatte die Gabe und den Fluch, das alles zu Gold wurde, was er anpackte. Bei Jochen Malmsheimer ist es allerdings Segen pur: Wenn er das Wort hat, möchte man ehrfürchtig schweigen und kann es doch vor Lachen kaum. ...weiter lesen...

Der Kumpel aus Essen-Kray geht in den Mutterschutz

MAINZ – Vollproll oder Comedian? Zumindest ist dieser Atze Schröder ein Phänomen, ein Phantom sozusagen: Häppchenweise in zielgruppengerechten Fernsehshows und der (nicht zuletzt dank seiner illustren Komparsen erfrischend kurzweiligen) Sitcom „Alles Atze“ unterhält er sein Publikum als das, was er auch im Otto-Film „7 Zwerge“ spielt: Er gibt den Hofnarren. ...weiter lesen...

Mehr als nur die Häfte des Duos

MAINZ – Um was geht’s hier eigentlich? Auch Gerd Knebel weiß darauf keine Antwort. Was ihn nicht daran hindert, sie zu geben. Der Meister des solistischen Dialogs stand in Mainz erstmalig allein auf der Bühne und weckte mit einem rasanten und modernen Nummernkabarett sogleich den Wunsch, es möge nicht das letzte Mal gewesen sein. ...weiter lesen...

Mit dem Känguru auf Du

MAINZ – „Wenn alle Stricke reißen – kann man sich nicht mal mehr aufhängen“ hieß das erste Solo-Programm von Marc-Uwe Kling. Mit dabei schon damals: das Känguru, jener kommunistische Mitbewohner Klings. Kein Wunder, dass auch das zweite Solo vom tierischen Untermieter bestimmt wird. ...weiter lesen...

„Magdeburger Zwickmühle“ im „Wahn ohne Sinn“

MAINZ – Ihr aktuelles Programm heißt „Wahn ohne Sinn“ und passt bestens in die Zeit der Krise. Spielort ist Deutschland, das Sujet die alltägliche Manie im Politischen, das wie eine endlose Geschichte stets die gleichen Verrücktheiten zu reproduzieren scheint. Ein gefundenes Fressen also für die Zwickmüller aus Magdeburg. ...weiter lesen...

Popacappellacomedy mit „Ganz schön feist“

MAINZ – A cappella-Gesang ist nach wie vor in, vielleicht sogar mehr denn je. Doch trennt sich oft schnell die Spreu vom Weizen. Bei „Ganz schön feist“ allerdings stimmen Saat und Frucht, wobei das Trio seine Qualitäten vor allem aus dem sparsamen und wohl dosierten Gebrauch von Äußerlichkeiten zieht. ...weiter lesen...

Kompositionen von Haydn fürs Handy

MAINZ – Das Präfix „E“ in der Musik steht für ernst, das „U“ für Unterhaltung. Damit aber kann Hans Liberg so gar nichts anfangen. Für den Preisträger des Emmy-Award 1997 sind diese beiden Eigenschaften besonders in der Klassik keine Gegensätze. Im Gegenteil: Der oft als dröge gescholtenen E-Musik entlockt Liberg herrlich unterhaltsame Töne. ...weiter lesen...

Herrlich prickelnde Wort-Cocktails

MAINZ – Wenn man in der Pause dazu aufgerufen, mit Alkohol, dem „Spediteur der Leidenschaft“ verschiedene „Delirium verheißende Destillate geschickt subgutteral zu verklappen“, dann kann nur einer auf der Bühne stehen: der Betroffenheitslyriker Olaf Schubert – ein Querschläger im Geiste, dessen Waffe das rasierklingenscharf geschliffene Wort ist. ...weiter lesen...

Der Meister des Anakoluths

MAINZ – Wie er da hilflos mit den Armen rudert, Wort an Wort reiht und doch partout kaum ein ganzer Satz dabei herauskommen will, ein Thema anschneidet und doch im Bruchteil einer Sekunde fünf neue touchiert – kurz: einen ganzen Abend unterhaltsam mit prallem Nichts zu füllen, macht Piet Klocke so schnell keiner nach. ...weiter lesen...

Berliner „Distel“ reist nach „Shanghai“

MAINZ – „Shanghai“ ist mittlerweile das 116. Programm der Berliner „Distel“ und widmet sich unterschwellig der Bedeutung des chinesischen Wortes für Krise: Katastrophe und Chance. Wenn also die Weltwirtschaft langsam zerbröselt, bedeutet das für viele sicherlich ein Desaster – für pfiffige Kabarettisten aber auch die Chance, gekonnt zu pieken. Und nichts anderes liegt in der Natur der „Distel“. ...weiter lesen...

Bruno Jonas spielt „Bis hierhin und weiter“

MAINZ – Das aktuelle Soloprogramm von Bruno Jonas ist weit mehr als „nur“ Kabarett: Als abendfüllendes Ein-Personen-Stück seziert es den Raubtier-Kapitalismus aus der Sicht des Consulting-Managers Hubert Unwirsch. Und der gibt frank und frei zu: „Als Unternehmensberater müssen Sie auch mal Dinge tun, von denen Sie keine Ahnung haben. Und da liegt mein Talent.“ ...weiter lesen...